Unangenehme Probleme in der Tabuzone? Manchmal sind Hämorriden die Ursache. Nicht aussitzen, sondern behandeln lassen! Die Therapie ist meistens einfach und effektiv
Was sind Hämorriden?
Vergrößerte Hämorriden (alte Schreibweise: Hämorrhoiden) entstehen im äußersten Darmabschnitt nahe dem Darmausgang (siehe Grafik). Dort befindet sich bei jedem Menschen ein gut durchblutetes ringförmiges Gewebepolster – das Hämorridal-Geflecht. Es erfüllt eine wichtige Aufgabe: Das Gewebe dichtet den Darm sicher nach außen ab.
Vergrößerte Hämorriden bilden sich in einem Adergeflecht (hier blau dargestellt) am äußeren Ende des Mastdarms. Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken
Das Gewebepolster funktioniert wie ein Schwellkörper: Beim Stuhlgang entspannt sich der Schließmuskel, und das Blut fließt aus dem Hämorridalpolster ab. Anschließend strömt das Blut in die Hämorriden zurück, so dass sie wieder an Volumen zunehmen und den After sicher verschließen.
Die Blutgefäße in diesem Gewebepolster können sich allerdings aus verschiedenen Gründen erweitern, sie leiern sozusagen aus, so dass sich das Polster knotig vergrößert. Als wichtigste Ursache für solche vergrößerten Hämorriden gilt zu starkes Pressen und Nachpressen beim Stuhlgang, zum Beispiel bei chronischer Verstopfung.
Vergrößerte Hämorriden bleiben manchmal völlig unbemerkt. Oft bereiten sie jedoch Probleme, zum Beispiel Juckreiz, Blutungen, Nässen oder Druckgefühl am After. Dann handelt es sich um ein Hämorridalleiden. Allerdings können auch viele andere Erkrankungen am After zu diesen Beschwerden führen.
Anale Beschwerden sind weit verbreitet. Viele Betroffene trauen sich jedoch lange nicht zum Arzt, weil ihnen die Probleme in der Tabuzone peinlich erscheinen – ein Fehler. Zum einen ist eine frühe Therapie fast immer unproblematisch und wirkungsvoll. Von alleine bessert sich das Leiden häufig nicht, im Gegenteil.
Zum anderen können sich hinter vermeintlichen Hämorriden-Symptomen auch ernste Krankheiten verbergen, bei denen eine frühe Diagnose und Therapie entscheidend ist. (Mehr in den Kapiteln Diagnose und Therapie).
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.
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28.03.2011, aktualisiert am 10.05.2011
Bildnachweis: W&B/Jörg Neisel, W&B/Privat, Thinkstock/Pixland
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